Selbstverständnis

“Wir sprechen uns klar gegen leidvolle Tierhaltung, Tierversuche und Tötung aus. (…) Die GRÜNE JUGEND erkennt an, dass diese Vision einen Entwicklungsraum benötigt und nicht durch einen radikalen Weg zu realisieren ist, sondern Zeit für eine Bewusstseins- und Einstellungsänderung braucht.”

Auszug aus dem Selbstverständnis der GRÜNEN JUGEND, das auf dem Bundeskongress vom 22. – 24.10.2010 in Gelsenkirchen beschlossen worden ist.

Die GRÜNE JUGEND hat in ihrem Selbstverständnis einen mutigen und visionären Schritt gewagt: Tötung von Tieren ist für die Jugendorganisation von BÜNDNIS’90/DIE GRÜNEN nicht hinzunehmen. Aber was bedeutet das in der Praxis und mit welchen Hintergedanken hat die GRÜNE JUGEND den Änderungsantrag angenommen, der diesen Schritt fordert?

“Bei vollem Bewusstsein streichen”

Vom Änderungsantrag zur Vision im Selbstverständnis

In dem ursprünglichen Entwurf zum Selbstverständnis war der Satz “Wir sprechen uns klar gegen Massentierhaltung, Tierversuche und Tötung, bei vollem Bewusstsein, wie sie bisher prakiziert werden, aus. Dabei geht es…..” Der Änderungsantrag ÄA…. stellte die Forderung “bei vollem Bewusstsein” zu streichen, sowie die anschließenden beiden Sätze, die versuchen, Lebensrecht von Tieren zu kategorisieren. In der Begündung zu dem Änderungsantrag sagte einer der AntragsstellerInnen: “Wir haben nicht das Recht, über das Leben eines Tieres zu entscheiden.” Fleisch sei keine Notwendigkeit und vegetarische und vegane Ernährung kein Risiko für die Gesundheit, wie die AntragsstellerInnen weiter gemeint haben. “Warum sprechen wir Lebensrecht von Lebewesen ab, um unsere eigene Freiheit auf Fleischkonsum auszuleben und dafür Leid und Tod hinzunehmen?”

Die Gegenrede bezog Stellung zu eben dieser Freiheit und appellierte eindringlich an die Mitgliederversammlung dem Antrag nicht zuzustimmen. Der Redner gab ganz offen kund, regelmäßig und intensiv Fleisch zu essen. In dem folgenden Redebeitrag für den Änderungsantrag stellte sich die Rednerin gegen die Kategorisierung von Leben. “ZITAT KATHRIN.” Für die Gegenseite fand sich anschließend kein weiterer Redebeitrag.
In einer zweiten Auszählung der Stimmkarten wurde der Änderungsantrag eindeutig angenommen.

“Zeit für eine Bewusstseins- und Einstellungsänderung”

Die Forderung in der Praxis

Die AntragsstellerInnen und die GRÜNE JUGEND fordern keinen sofortigen Verzicht auf Fleisch. Wir betrachten diese Forderung als visionär und Zielsetzung für eine Gesellschaft. Nicht jedes Mitglied der GRÜNEN JUGEND muss sofort aufhören, Fleisch zu essen und nicht jeder Mensch, der Fleisch konsumiert ist in unseren Augen ADJEKTIV. Es geht hierbei um ein klares Statement gegen die Selbstverständlichkeit in der Gesellschaft des Fleischkonsums und die Menschen zu einem Umdenken zu motivieren. Das Leben von Tieren wird nicht geachtet, Tiere erbarmungslos ermordet und sind vielfach vorher grausamen Bedingungen ausgesetzt. Intensiver Fleischkonsum führt zu Problemen im Ressourcenverbrauch, Klimaschutz und der Welternährung. Das möchte die GRÜNE JUGEND thematisieren und die Vision einer fleisch-freien Ernährung in die Gesellschaft tragen. Oder wie die AntragsstellerInnen es gesagt haben: „Es geht um eine Vision, es geht um eine Aussage, es geht darum, einer Ungerechtigkeit in unserer Welt eine Absage zu erteilen und am Horizont einen Lichtblick für ein Recht auf Leben für Tiere zu ermöglichen, das nicht vom Menschen zerstört wird.“


Das Selbstverständnis der Grünen Jugend als PDF zum Download.